Humanes Plasma für Schweizer IVD-Hersteller: Citrat, EDTA, Heparin und Apherese
Humanes Plasma ist die kritischste biologische Rohkomponente in der IVD-Entwicklung und -Herstellung. Die Wahl des richtigen Antikoagulans, des richtigen Formats und des richtigen Lieferanten entscheidet über Assay-Performance, Lotkonsistenz und regulatorische Akzeptanz durch Swissmedic. Dieser Leitfaden richtet sich an Schweizer IVD-Hersteller, Diagnostik-CROs und klinische Labors.
Definition
Humanes Plasma ist der flüssige, zellfreie Anteil des Blutes, der durch Zentrifugation unter Antikoagulans-Zugabe gewonnen wird — im Unterschied zu Serum, bei dem das Blut gerinnen darf. Plasma enthält alle Gerinnungsfaktoren (Fibrinogen, Prothrombin, Faktor V, VIII etc.) sowie Proteine, Enzyme, Hormone, Lipide und Elektrolyte. Für IVD-Hersteller ist Plasma die wichtigste Matrixgrundlage für Kalibratoren, Kontrollmaterialien und Assay-Validierungsmatrizen — weil es die klinische Probe (Patientenblut) direkt abbildet.
Antikoagulans-Formate: Was für welche Anwendung?
| Antikoagulans | Wirkprinzip | Hauptanwendungen in CH | Besondere Eigenschaften |
|---|---|---|---|
| Natriumcitrat 3,2 % | Chelation von Ca²⁺ — reversibel durch Rekalzifizierung | Gerinnungsassays (PT, aPTT, Fibrinogen, Faktoraktivität), IVD-Kalibratormatrix | Physiologische Matrix ohne Glucosezusatz; Kalziumaktivität durch CaCl₂-Zusatz wiederherstellbar |
| K2-EDTA / K3-EDTA | Irreversible Chelation von Ca²⁺ und Mg²⁺ | Hämatologie, molekularbiologische Assays, Biomarker-Studien, PCR-Präparation | Stabile Zellmorphologie; hemmt enzymatische Aktivitäten (Proteasen, Phosphatasen) — nicht für Gerinnungstests geeignet |
| Lithium-Heparin | Thrombin-Hemmung durch Antithrombin-Aktivierung | Klinische Chemie (Elektrolyte, Enzyme, Metaboliten), Notaufnahme-Analysen | Schnellste Serum-/Plasma-Trennung; hemmt PCR und manche Enzymassays — Anwendungsbereich prüfen |
| CPD (Citrat-Phosphat-Dextrose) | Citrat + Phosphat + Dextrose — für Vollblutkonservierung | Historische IVD-Validierungsmatrix; Supply rückläufig | Dextrose erhöht Glucose im Plasma um ~20–25 mmol/L — nicht für Glucose-Assays geeignet |
| ACD-A (Citrat-Dextrose) | Citrat + Dextrose | Thrombozytenpräparation, Leukapherese, Zelltherapie | Enthält ebenfalls Dextrose — für Glucose-sensitive Assays nicht geeignet |
Schweizer IvD-Verordnung (SR 812.213): Was gilt für Plasma als Rohstoff?
Die Schweizer IvD-Verordnung (SR 812.213, in Kraft seit 2022 in Anlehnung an EU IVDR 2017/746) verlangt von IVD-Herstellern, die in der Schweiz Produkte in Verkehr bringen, eine vollständige technische Dokumentation — einschliesslich Nachweisen über die Qualität und Rückverfolgbarkeit aller biologischen Rohstoffe in Kalibratoren und Kontrollmaterialien.
Anforderungen an Plasma-Rohstoffdokumentation
- Analysezertifikat (CoA) pro Lot: Antikoagulans-Typ und -Konzentration, Virusscreening (HIV, HCV, HBV, Syphilis — NAT + Serologie), Sterilität (Ph. Eur. 2.6.1), Endotoxin (LAL), Gesamtprotein, Hämoglobin, pH
- Spenderzertifizierung nach EU-Blutrichtlinie 2002/98/EG (für EU-Ursprung) — direkt durch Swissmedic anerkannt
- Ursprungszeugnis (Certificate of Origin) mit Spendezentrums-Identifikation
- vCJD/TSE-Risikobewertung des Spenders (für humane Blutprodukte relevant)
- Für Kalibratoren und Kontrollen: Lot-Homogenitätsnachweis (Gesamtprotein-CV zwischen Aliquots <5 %)
- Für Swissmedic-Einreichung: Rohstoffcharakterisierung als Teil der technischen Dokumentation (TD) gemäss Anhang II IvD-Verordnung
CPD-Plasma vs. Citratplasma: Die Umstellung unter IvD-Verordnung
Viele Schweizer IVD-Hersteller haben historisch CPD-Plasma als günstige Validierungsmatrix verwendet. CPD-Plasma wird knapper, weil Blutbanken zunehmend auf Apherese umstellen (kein CPD-Antikoagulans). Ein Wechsel der Assay-Matrix von CPD auf Citratplasma gilt unter IvD-Verordnung als Änderung eines kritischen Rohstoffs und erfordert eine dokumentierte Änderungskontrolle (Change Control) mit Bridging-Studie. SeamlessBio liefert für diesen Übergang sowohl Citratplasma als auch die technische Dokumentation, die für die Bridging-Studie benötigt wird.
Aphereseplasma: Die Lösung für grosse Produktionsmengen
Warum Apherese für Schweizer Kalibrator-Hersteller
Roche Diagnostics (Rotkreuz, ZH) und andere Schweizer IVD-Konzerne produzieren Kalibratoren und Kontrollmaterialien in grossen Losmengen — hunderte bis tausende Liter Plasma pro Produktionslos. Aphereseplasma (600–800 mL pro Spendersitzung) liefert deutlich grössere Einheitsvolumen als Vollblutplasma (200–250 mL pro Spende) und ist in Lotkonsistenz und Proteinzusammensetzung homogener. Das reduziert die Anzahl benötigter Spendereinheiten und vereinfacht die Lotrückverfolgung und Viral-Screening-Dokumentation erheblich.
EU-Ursprung (Polen) — direkte Lieferung in die Schweiz
SeamlessBio bezieht Aphereseplasma aus zertifizierten EU-Spendezentren (u.a. Polen) — einem der grössten Plasmaspende-Netzwerke Europas mit vollständiger Konformität zur EU-Blutrichtlinie. Die Lieferung erfolgt direkt in die Schweiz ab Schweizer Lager (Münchenstein BL) oder aus Deutschland — ohne CH-Import-Komplikationen, mit vollständiger EDQM-konformer Dokumentation.
Humanes Plasma für Schweizer IVD-Hersteller — Alle Formate, Kein MOQ
Natriumcitrat 3,2 % / 3,8 % · K2-EDTA · Lithium-Heparin · ACD-A auf Anfrage · Gepoolte Multi-Spender-Lots · Einzelspender · Apherese-Grossvolumen · EU-Ursprung (Polen) · Virustests pro Lot · CoA, CoO, vCJD-Erklärung · Lieferung ab Münchenstein (BL).
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